Tsunesaburo Makiguchi

(1871 - 1944)

Tsunesaburo MakiguchiDie Soka Gakkai verdankt ihre Existenz in erster Linie ihren ersten beiden Präsidenten Tsunesaburo Makiguchi und Josei Toda. 1928 nahm Makiguchi als 57jähriger Lehrer die Lehre Nichirens an und bewegte seinen 27jährigen Freund und Unterstützer Toda zum Konvertieren. Zwei Jahre später gründeten sie gemeinsam die Soka Kyoiku Gakkai ("Werteschaffende Gesellschaft der Erzieher"), eine Organisation, die auf Nichirens Geist beruht, sich aber auf der Basis von Makiguchis Ideen der Reform des Erziehungswesens widmet. Zur Gründung der Gesellschaft erschien Makiguchis vierbändiges Werk Soka Kyoikugaku Taikei ("System der werteschaffenden Pädagogik").

1937 vollzog sich ein Wandel in der Soka Kyoiku Gakkai. Makiguchi erkannte die Möglichkeiten organisierten Handelns und forcierte eine neue Phase des Wachstums der Gesellschaft, die sich jetzt auch stärker in der Öffentlichkeit zeigte. Zugleich verschwand die Bedeutung der erzieherischen Reform hinter der religiösen Erneuerung. Das wesentliche Ziel der Soka Kyoiku Gakkai bestand nun in der Verbreitung des Buddhismus Nichirens als Basis der persönlichen, erzieherischen und sozialen Reform.

Dies hat zweifellos mit dem gesteigerten Vertrauen von Makiguchi und Toda in ihren Glauben zu tun. Es muss aber auch der Einfluss des Militarismus im sozialen und politischen Leben Japans in den Jahren um 1930 gesehen werden: Die Militaristen verkörperten genau das, was Makiguchi sein ganzes Leben lang bekämpft hat. Das Zusammenspiel von wachsendem Glauben an den Buddhismus und der Erkenntnis der Unmöglichkeit pädagogischer Reformen zur damaligen Zeit führte zum Wandel der Soka Kyoiku Gakkai: Aus einer erzieherischen Organisation wurde eine religiöse.

Innerhalb der nächsten sechs Jahre wuchs die Organisation auf 3000 Mitglieder und rückte ins Blickfeld der Regierung. Makiguchi wehrte sich vehement gegen die Aufzwingung des Shinto-Glaubens seitens der Militärregierung. Dafür wurde er von der Priesterschaft der Nichiren Shoshu verleugnet, die ihrerseits mit dem herrschenden Regime kooperieren wollte. Außerdem verwarf Makiguchi wiederholt die japanischen Kriegsanstrengungen. 1943 wurden Makiguchi und Toda verhaftet. Trotz häufiger Befragungen und Folter weigerte sich Makiguchi seinen Glauben abzulegen und starb im Gefängnis von Tokyo 1944 im Alter von 73 Jahren.


Literatur


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